Zwei Toilettenboxen für rund 700 Schülerinnen und Schüler — das war lange die Realität an der katholischen Grundschule „Notre Dame" in Banka, Diözese Bafang. Lange Wartezeiten, ein schlechter hygienischer Zustand des Gebäudes, Jungs, die im Freien ihre Notdurft verrichten mussten. Die Folge: eine erhöhte Ausbreitung von Krankheiten und Verseuchungen an einer Schule, die ohnehin schon unter fehlender Ausstattung leidet.

Seit dem Preissturz von Kaffee und Kakao Ende der 1980er Jahre hat die kamerunische Regierung die Subventionen an private Schulen drastisch heruntergefahren — eine Situation, die bis heute andauert. Heruntergekommene Schulgebäude, fehlende Schulbänke, überfüllte Klassen, fehlendes Personal und verkommene Infrastruktur wie Sanitäranlagen sind die direkte Konsequenz. Die Grundschule Notre Dame, mit 12 Klassen à ca. 60 Schüler:innen und einem vierstufigen Kindergarten, war keine Ausnahme.

Die Lösung.

Bereits 2019 begannen die ersten Gespräche über die Finanzierung eines Sanitärprojekts — mit einer klaren Prämisse: Die Lösung musste nachhaltig sein. Zu oft entstehen durch Entwicklungshilfe Infrastrukturen, die nach kurzer Zeit durch unzureichend durchdachte Konzepte wieder verfallen. Das erste Konzept scheiterte an den enormen Kosten, eine Alternative musste her — erschwert durch die ländliche Lage und die Suche nach verlässlichen Partnern vor Ort.

Im März 2022 traf der Verein eine junge Bauingenieurin aus dem städtischen Bauamt in Banka. Sie brachte das entscheidende Konzept ein: eine durchlüftete Trockentoilette nach dem Modell der „Ventilated Improved Pit" (VIP) — technisch einfach, wartungsarm, ohne Wasseranschluss.

„Ein Zu- und Abluftsystem sorgt für dauerhafte Durchlüftung — ganz ohne die Fliegenplage und Geruchsbelästigung klassischer Grubenlatrinen."

Wie gebaut wurde.

Das finale Konzept: vier Kabinen, jede mit zwei Gruben, plus ein Waschbecken im Außenbereich. Das Prinzip dahinter ist so einfach wie wirksam: Ist die erste Grube gefüllt, wird sie zugedeckt und die zweite als Reserve genutzt. In der Zwischenzeit bauen Mikroorganismen die Fäkalien in der ersten Grube auf natürliche Weise zu Humus ab. Ein Zu- und Abluftsystem sorgt für die permanente Durchlüftung der Kabinen — ohne die Fliegenplage und Geruchsbelästigung klassischer Grubenlatrinen.

Rohbau der Doppelgruben-Konstruktion
2022: Rohbau der Doppelgruben-Konstruktion — je Kabine eine Grube in Nutzung, eine als Reserve.

Die Bauphase wurde von einem unabhängigen Fachmann überwacht, der Qualität und Baufortschritt mindestens wöchentlich prüfte und per Telefon, Live-Video und E-Mail an Afrika-Solidarity berichtete. 2023 folgte der Innenausbau: Böden verlegen, Innenwände verputzen, Sanitäreinrichtungen installieren — anschließend Außenputz, Dach, Türen, Fenster und Anstrich.

Übergabe & Wirkung.

Nach der finalen Abnahme durch einen unabhängigen Bauingenieur folgte eine kleine Informationskampagne direkt an der Schule: Kinder und Lehrkräfte wurden zu Gesundheit und Hygiene geschult — elementare Techniken wie regelmäßiges Händewaschen und saubere Kleidung standen im Mittelpunkt, um ein neues Bewusstsein für Hygiene im Schulalltag zu schaffen.

Die Übergabe an die Schulleitung fand im Schulhof der Grundschule Notre Dame statt — mit Vertreter:innen der Schulleitung, von Afrika-Solidarity, lokalen Behörden und allen Schüler:innen. Möglich wurde das Projekt durch die Katholische Pfarrgemeinde Zu den Heiligen Aposteln — Freundeskreis eine Welt aus Erlangen.

Projekttafel vor Ort
Die Projekttafel vor Ort nennt Bauherrn (Diözese Bafang), Realisierung und Förderer.