Die meisten Berichte über Entwicklungsprojekte enden mit der Übergabe: fertiggestellt, abgenommen, gefeiert. Doch die interessantere Frage stellt sich erst danach — hält es? 2022 und 2023 hatten wir gemeinsam mit unseren Partnern AAFCOOP und ACODEB den ökologischen Landbau in West-Kamerun gefördert, um Junglandwirt:innen im Kampf gegen Hunger und Armut zu stärken. 2024 sind wir zurückgekehrt, um genau das zu prüfen.

Das Ausgangsprojekt hatte drei klare Unterziele verfolgt: Junglandwirt:innen sollten im ökologischen Landbau geschult, für den Klimawandel sensibilisiert und ihre landwirtschaftliche Produktivität gesteigert werden. Alle drei Ziele galten bei Projektende 2023 als erreicht — die eigentliche Bewährungsprobe kam erst mit der Zeit danach.

Was wir vorfanden.

Bei den Vorortbesichtigungen 2024 zeigte sich: Die geschulten Junglandwirt:innen wenden die erlernten Methoden weiterhin selbstständig an. Die Umweltqualität in der Zielregion — insbesondere Boden und Wasser — hat sich durch die anhaltende Verbreitung des Ökolandbaus weiter positiv entwickelt, weil der Einsatz gefährlicher Chemikalien und Pestizide durch Bio-Düngemittel und -Saatgut deutlich zurückgegangen ist.

Neue Setzlinge auf einem Schulungsfeld
Neue Setzlinge auf einem der Schulungsfelder — die Methoden werden weiter angewendet.

Auch wirtschaftlich trägt der Ansatz: Der geringe Investitionsbedarf des ökologischen Landbaus und die Möglichkeit, Familienmitglieder in die Produktion einzubinden, halten die Betriebskosten niedrig. Angepasste Fruchtfolgen an die aktuellen klimatischen Bedingungen sorgen für höhere Erträge als zuvor.

„Einen Teil des Überschusses legen die Junglandwirt:innen für Saatgut und Düngemittel der nächsten Saison beiseite."

Was daraus folgt.

Die geringeren Kosten bei gleichzeitig höherer Produktivität lassen den Landwirt:innen heute mehr übrig — ein Teil davon fließt gezielt in die Vorbereitung der nächsten Saison. Die bessere Vermarktung ihrer Produkte stärkt zudem ihren Einfluss auf die Wertschöpfungskette und damit ihre Gewinnmargen. Das gestiegene Haushaltseinkommen wirkt sich direkt auf Gesundheit und Lebensqualität aus, und mehr Kinder können regelmäßiger und länger zur Schule gehen.

Ende 2024 zählte unser Verein „Initiative Afrika-Solidarität Deutschland e.V." insgesamt 10 Mitglieder.